Erstes gemeinsames Gemeindefest

Bei strahlendem Sonnenschein erlebten die Gemeinden Falkenberg, Bad Liebenwerda und Elsterwerda an zwei Tagen in Tröbitz ihr erstes gemeinsames Gemeindefest.

Mit ihrem Entschluss, ein gemeinsames Gemeindefest durchzuführen, brachten die Vorsteher der drei Gemeindebereiche den Stein ins Rollen. Bis alles fertig war, zeigte es sich schon, dass es ein steiniger Weg war. Die Vorbereitungen liefen monatelang auf verschiedenen Ebenen. Dem Aufruf des Dirigenten Priester R. Malle folgend, bildete sich ein geeigneter Projektchor aus begeisterten Sängern. Seit Mai probte dieser Chor intensiv am Konzertprogramm. Anfang Juli wurde die Stiftshütte als Leihgabe des Kirchenbezirkes Bautzen aufgebaut (siehe auch den Bericht „Reise in die Vergangenheit“ vom 15.08.2012). Viele Helfer bauten an 2 Tagen in intensiver Arbeit unter Anleitung derer, die aus dem Kirchenbezirk Bautzen dieses Projekt entwickelt haben, die Stiftshütte und ihr Umfeld auf.

Samstag 17 Uhr begann das Gemeindefest in gemütlicher Picknickatmosphäre bei Gesprächen und Verzehr von mitgebrachten Speisen und Getränken. Auf dem weiträumigen Gelände verteilten sich die Teilnehmer an Stehtischen, auf Bänken oder auf Decken, die auf dem Rasen ausgebreitet wurden. Eine freudige und herzliche Stimmung prägte das Bild an diesem sonnigen Nachmittag.

Gegen 19:00 Uhr bauten der Schlagzeuger, eine Saxophonistin und der Gitarrist ihre Instrumententechnik auf, um sich mit der Klavierspielerin gemeinsam auf das bevorstehende Chorkonzert einzustimmen. Dieses begann um 20:00 Uhr und stand unter der Überschrift „Zieh Kraft und Freude aus der Gemeinschaft“. 26 Sänger, in Gewänder der alten biblischen Zeit gekleidet, kamen aus dem Vorhof der aufgebauten Stiftshütte und schritten zur Bühne.

Das Programm war eine interessante Abwechslung von Stücken aus den Stilrichtungen Ragtime, Schlager, Pop-Ballade, Filmmusik und geistlicher Musik. Erstaunlich war der tiefgehende und teilweise sehr bewegende Inhalt der Lieder und die lockere Anmoderation durch den Dirigenten.

Die Vorsteher der Gemeinden Bad Liebenwerda und Falkenberg, Evangelist Rudolph und Hirte Förster, gaben zu den Themen „Freude“ und „Gemeinschaft“ je einen Wortbeitrag. Hirte Förster trug zum Thema „Gemeinschaft“ kommentarlos eine Geschichte vom Regenbogen vor. Dabei präsentieren sich die einzelnen Farben und stellen sich jeweils für unentbehrlich und wichtig dar. Diese Unterhaltung wurde durch ein grollendes Gewitter mit starkem Regen unterbrochen und endete mit der Erscheinung eines prächtigen Regenbogens: ein harmonisches Zusammenspiel aller Einzelfarben. So konnte jeder Teilnehmer beim Konzert, ja auch im weiteren Fortgang beim gesamten Gemeindefest eine bestimmte Absicht erkennen, das Gemeindeleben nicht in einem polarisierten Licht zuzulassen und zu erleben, sondern in harmonischer Farbvielfalt gleich einem Regenbogen.

Spätestens als gegen 20:50 Uhr bei zunehmender Dunkelheit an der Großleinwand ein speziell zusammengestellter Kurzfilm gezeigt wurde, war klar, warum das Konzert erst so spät begonnen hatte. In diesem Film wurde auch das extra für das Gemeindefest entwickelte Logo „Tröbitz 2012“ erläutert. Die Dunkelheit und der sternenklare Himmel sorgten nun für eine ganz besondere Atmosphäre unter freiem Himmel.

Nach dem Konzert war reichlich Gelegenheit, den lauen Sommerabend bei Gesprächen ausklingen zu lassen. Einige nutzten die Möglichkeit zur Übernachtung im Zelt am See oder im Stammhaus (weil es nur aus Holzstämmen erbaut ist).

Am Sonntagmorgen schallten über dem Festgelände für die Übernachtungsgäste aus den Lautsprechern weithin hörbar die festlichen Klänge des Liedes „Heut ist der Tag des Herrn“. Es gab nun noch viel zu tun, um Tontechnik und Bestuhlung umzubauen und alles für den Gottesdienst unter freiem Himmel herzurichten.

Den Gottesdienst leitete Bezirksältester Peter Mundt. Als Bibelwort diente Römer 13, 11:

„Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden.“

Die Sonne meinte es sehr gut an diesem Tag. Der größte Teil der Gemeinde saß aber während des Gottesdienstes im Schatten von Bäumen. Viele nutzten auch die Ton/Bild-Übertragung im kühlen Stammhaus. Die versammelten 235 Gottesdienstteilnehmer waren Zeugen einer lebendigen, kraftvollen Predigt. Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl las ein Mädchen aus der Bibel das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der seitlich sitzende Chor, gebildet aus allen beteiligten Gemeinden, umrahmte den Gottesdienst.

Nach dem Gottesdienst gab es Mittagessen aus der Gulaschkanone. Des Weiteren bestand die Möglichkeit, den Nachbau der Stiftshütte im Rahmen einiger Führungen zu besichtigen. Im großen Stammhaus gab es eine Bibelausstellung zu sehen. Dieser kühle Saal füllte sich später zur Kaffeezeit und man plauderte in angenehmer Atmosphäre.

Der am Gelände angrenzende See wurde zur Abkühlung genutzt, allerdings auf eigene Gefahr hin.

Die dominierende Meinung war eindeutig: Es war einfach toll, ein gemeinsames Fest der drei Gemeinden in dieser Art zu veranstalten. Auch wenn in den Gemeinden noch nicht alles „rund“ läuft, so wie es bewusst in dem Gemeindefestlogo in Form der unrunden Sonne dargestellt wurde.

Und das alte, etwas umgedichtete Lied, im Konzert von allen aus voller Kehle geschmettert, und als Zugabe noch mal wiederholt, begleitete die Festteilnehmer nun zurück in den Alltag:

„Ein Herz und eine Seele sei die ganze Schar der deinen.
Zum Tempel zieht die fromme Schar, die Großen und die Kleinen.
Ihr heller Chor klingt voll empor als wie aus einer Kehle;
ein Glaubensgrund, ein Liebesbund, ein Herz und eine Seele.“
(Melodie: Altes Gesangbuch Nr. 451)

Ein besonderer Dank auch an unsere Geschwister Tulowietzki, die ihr Grundstück für dieses schöne Fest zur Verfügung stellten.

Text: U.H.; Bilder: D.F, R.G, U.H.