Morgenglanz der Ewigkeit

Zum Gottesdienst für Entschlafene am 3. November 2013 diente Bezirksapostel Klingler in Torgau. In seiner Begleitung waren die Apostel aus Mitteldeutschland. Mit einem Konzert in Elster/Elbe und einem Konzert in Torgau stimmte der Kammerchor des Kirchenbezirkes Torgau auf diesen Festtag ein.

Unter seinem Dirigenten Bernd Danke hatte der Kammerchor ein Programm mit großem Bezug zu den Themen „Ewiges Leben“ und „Erlösung“ erarbeitet. Es wurde im März dieses Jahres in Köthen dargeboten. Zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene mit dem Bezirksapostel in Torgau kam es dann am Sonntag, 27. Oktober in Elster und am Samstag, 2. November in Torgau zur Aufführung.

Zur Freude aller war beim Konzert in Torgau Apostel Korbien zugegen und sprach in den einleitenden Worten die besondere Stimmung an, die er in der Kindheit samstagabends nach Verrichtung der häuslichen Arbeit empfunden hatte – eine besondere Stille und Erwartung, die auch jetzt zu spüren sei. In dem folgenden Programm wurden die Endlichkeit irdischen Lebens, Hilfsbedürftigkeit aller Menschen, das Gnadenangebot Gottes sowie unsere Möglichkeiten, Hilfesuchenden beizustehen, musikalisch ausgedrückt.

„Morgenglanz der Ewigkeit“ – das war nicht nur die Überschrift des Programms, sondern auch der Textanfang des ersten Chorbeitrags. Mit zartem Summen wurden die Zuhörer von den Sängern zu Stille und Besinnung eingeladen. Der Kanon aus Wolfgang Amadeus Mozarts Feder stellte so die erste Verbindung zu der von uns nicht sichtbaren, aber dennoch fühlbaren jenseitigen Welt her.

Einen ersten Höhepunkt bildete die bekannte Ballade „Die Uhr“ von Carl Loewe (aus op. 123, 1852, nach Johann Gabriel Seidl) – vorgetragen von Kathleen Danke, Sopran, mit Klavierbegleitung. In dieser Ballade wird das Leben als ein vergängliches Geschenk Gottes beschrieben.

Marianne Haering rezitierte in der Mitte des Programms Gedanken des niederländischen römisch-­katholischen Priesters, Psychologen und geistlichen Schriftstellers Henri Jozef Machiel Nouwen über die Schwierigkeit, sich das ewige Leben vorzustellen. Er kleidete diese in ein Gespräch von Zwillingen im Bauch ihrer Mutter, die sich über das Leben nach ihrer Geburt unterhalten.

Das Glück der Erlösten wurde durch bekannte Melodien, wie dem Lied „Gott wird abwischen alle Tränen“ von Carl Stein aber auch jüngeren Kompositionen, z.B. „Licht nach dem Dunkel“ für Solo, Chor und Klavier von Julia Maier ausgedrückt.

Am Schluss dankte Apostel Korbien allen für diese Einstimmung und betete mit der Gemeinde. Mit dem „Halleluja, denn der Herr hat das Reich eingenommen“ von Hermann Ober gab der Chor am Ende des Programms noch einen Ausblick auf die Herrlichkeit, in der sich Zeitlichkeit und Ewigkeit vereinen.

Zum Festgottesdienst am Sonntag, 3. November waren die Gemeinden Torgau, Dommitzsch und Beilrode eingeladen. Der Bezirksapostel legte seinem Dienen das Bibelwort Apostelgeschichte 10, 42 zugrunde:

Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten.“

Nach dem Verlesen des Bibelwortes trug der Chor das Lied „Vater der Liebe, du Gott aller Gnaden“ (CM 20) vor. Schon in diesem Vortrag kam das Besondere des Festtages zum Ausdruck: Lebende und Tote können göttliche Heilszuwendungen hinnehmen.

Petrus beschreibt im Bibelwort die Aufgabe der Apostel damals und heute. Es ist auch die Aufgabe jedes Christen, den Menschen das Heil in Christus zu bezeugen durch Wort und Tat. In seiner Predigt verdeutlichte der Bezirksapostel, dass diese Aufgabe nicht nur dem Diesseits, sondern auch dem Jenseits gilt. Ein Blick in die Geschichte in und um Torgau zeige, dass viele Tausende bei Kriegshandlungen unerlöst in die Ewigkeit gingen.

Apostel Bimberg und Apostel Wosnitzka dienten mit.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls spendete der Bezirksapostel die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl für Entschlafene. Die jeweils sichtbare Handlung wurde an den beiden Bezirksämtern des Kirchenbezirkes vorgenommen.

Mit dem Vortrag des Chores „Die Erlösten warten unser“ endete der Festgottesdienst. Anschließend konnten sich die 280 Gottesdienstteilnehmer persönlich vom Bezirksapostel und den Aposteln verabschieden.

Bilder: H.R.; Text:B.D. u. M.K.