499 Jahre Reformation - Glaube gestern und heute

Wir dachten uns : „500 Jahre Reformation feiern das kann jeder. Wieso nicht etwas Ausgefalleneres wagen und ein Konzert zum 499. Reformationsjubiläum am 30. und 31.Oktober 2016 veranstalten?“

Gesagt, getan. Unter diesem Motto wurden Stücke aus fünf Jahrhunderten zusammengetragen, mit denen unser Glauben und die Freude daran zum Ausdruck gebracht werden:

„Also hat Gott die Welt geliebt“ (Heinrich Schütz), „Jesus bleibet meine Freude“ (Johann Sebastian Bach), „Das Vater Unser“ (Leopold Katt/John Allen T. Bankson), „Cantate Domino“ (Karl Jenkins), um nur einige zu nennen, und auch „Ein feste Burg“, von Martin Luther selbst verfasst, durfte nicht fehlen.

Mit unseren sechs Dirigenten studierten wir - 55 Jugendliche aus den Kirchenbezirken Torgau und Leipzig - das abwechslungsreiche Programm seit März in monatlichen Proben ein. Nicht nur musikalisch wuchs unser Projekt, sondern auch wir wuchsen bei unseren Treffen immer mehr zusammen. Höhepunkt war für uns dann das Proben- und Konzertwochenende am verlängerten Reformationswochenende. Den ganzen Samstag über wurde die Kirche in Halle mit Musik erfüllt; selbst in den Pausen - in denen wir liebevoll von unseren Geschwistern der Gemeinde Halle umsorgt wurden - konnte man bei jedem, an dem man vorbei ging, eine andere, vor sich hin gesummte oder geträllerte Melodie hören. Abends waren wir geschafft, aber glücklich.

Etwa 30 von uns bezogen dann am Abend Quartier in der Jugendherberge und nachdem die Zimmer verteilt und die Betten bezogen waren, beschlossen wir, noch zusammen auszugehen. Mit so vielen Leuten ist es kein leichtes Unterfangen an einem Samstagabend in Halle eine Bar zu finden. Dank kooperativer Kellner gelang uns dies aber doch, sodass wir bei Snacks und Getränken den Tag in gemütlicher Runde und mit netten Gesprächen ausklingen lassen konnte.

Mit einer Stunde mehr Schlaf dank Zeitumstellung starteten wir dann in den Sonntag, an dem nach dem Jugendgottesdienst und anschließendem Ansingen unser erstes Konzert in der Kirche in Halle stattfand. Unterstützt vom „Unkompletten Streichquartett“ aus Wernigerode und weiteren Musikern (Blechbläser, Pauker und Organist) und durch eine Moderation durchs Programm geführt, konnten wir mit unseren Liedern unserem Glauben Ausdruck verleihen und die Zuhörer in der gut besuchten Kirche, aber auch uns erfreuen.

Am Reformationstag selbst fuhren wir für unser zweites Konzert nach Torgau in die Schlosskirche, welche als erste reformierte Kirche von Martin Luther persönlich geweiht wurde. In der bis zur zweiten Empore gefüllten Kirche bot sich uns ein ganz anderer, aber toller Klang aufgrund der dortigen Akustik. Am Ende dieses zweiten ebenso schönen Konzertes, bei dem wir wieder liebevoll von den Glaubensgeschwistern der Gemeinde Torgau vor Ort umsorgt wurden, konnten wir aus ganzem Herzen in das fulminante „Nun danket alle Gott“ für dieses tolle Erlebnis einstimmen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere Dirigenten für die Organisation dieses Projektes, an alle Mitwirkenden und an die evangelische Kirche Torgau, dass wir auch die Schloßkirche nutzen konnten.

Vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit im nächsten Jahr doch ein Konzert zum 500. Reformationsjubiläum zu geben, um diese Erfahrung wiederholen zu können.