Ausgehend vom alttestamentlichen Grundsatz, ein Urteil nicht allein auf die Aussage eines einzelnen Zeugen zu stützen, machte Bischof Cramer deutlich, wie wichtig es sei, Gerüchte nicht vorschnell zu übernehmen und Mitmenschen nicht zu verurteilen. Der Apostel Johannes greift diesen Gedanken in seinem Brief auf und richtet ihn an Gläubige, deren Glaube durch unterschiedliche Lebensumstände ins Wanken geraten war. Auch heute können Zweifel und Unsicherheiten entstehen, die die Frage aufwerfen, ob der eingeschlagene Glaubensweg der richtige ist. Johannes, der Jesus Christus selbst erlebt hatte, wollte den Glaubenden Sicherheit und neue Zuversicht vermitteln, gestützt auf die drei Zeugen: Wasser, Blut und Geist.
Das Wasser erinnert an die Taufe und daran, dass Gott sich dem Menschen zugewandt und einen bleibenden Bund mit ihm geschlossen hat. Die Taufe ist somit ein Zeichen der Zugehörigkeit. Der Glaubende darf darauf vertrauen, von Gott gewollt, angenommen und geliebt zu sein.
Der zweite Zeuge ist das Blut Jesu Christi. Es verweist auf seinen Tod am Kreuz und damit auf das Zentrum des christlichen Glaubens. Jesus Christus gab sein Leben für die Menschen, damit Heil und Erlösung möglich werden. Im Heiligen Abendmahl wird dies gegenwärtig und erfahrbar.
Der Heilige Geist wirkt als Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Er soll dauerhaft im Menschen wirken und ihn zum Guten befähigen. Anders als eine begrenzte menschliche Energiequelle kann diese Kraft immer wieder neu wirksam werden. Wasser, Blut und Geist geben so gemeinsam Zeugnis von Gottes Nähe und seinem Handeln. Sie stärken die Gewissheit, dass Gott den Menschen liebt, ihn begleitet und ihm Kraft für seinen Glaubens- und Lebensweg schenkt.
Priester Mirko Kramer und Priester Ronald Klar knüpften in ihren Wortbeiträgen an diesen Gedanken an und erinnerten daran, dass im Alltag viele Dinge gern aufgeschoben werden. Sie riefen dazu auf, Gottes Gaben im Hier und Jetzt zu nutzen und den eigenen Glauben nicht auf morgen zu verschieben. Gottesdienst, Gemeinschaft und Heiliges Abendmahl seien wertvolle Gelegenheiten, die bewusst wahrgenommen werden sollten. Musikalisch wurde der Gottesdienst durch den gemeinsamen Gemeindechor beider Gemeinden sowie durch Frauen- und Männerchor feierlich umrahmt.
Neuapostolische Kirche